Das war Greven 2001

Ausstellung im Foyer des Grevener Rathauses

9. bis 23. Januar 2002Ein Foto wie eine Studie: Etwa eine Minute lang ist der Verschluss geöffnet. In dieser Zeit ziehen die Scheinwerfer der Autos auf der Autobahn rote und weiße Streifen. Deutlich zu sehen sind auch die Blinker von Autos, die in Greven abfahren . . .

Konzerte im Ballenlager, Umzug der Karnevalisten, Kinder pflücken Erdbeeren, die 09-Handballerinnen gewinnen. In einem Jahr ist in Greven viel passiert. Als Lokalredakteur ist Gunnar Pier auch als Fotograf oft dabei. An einem kühlen Abend mit guter Musik hat im Fundus hunderter Zeitungsseiten geblättert, um seine besten Bilder des Jahres zu finden. Vom 9. bis zum 23. Januar werden diese Fotos in einer Ausstellung im Foyer des Grevener Rathauses zu sehen sein.
Vor gut elf Jahren begann Gunnar Pier als 15-jähriger Schüler seine freie Mitarbeit bei der Grevener Lokalredaktion der Westfälischen Nachrichten. Neben der Schule, später neben Zivildienst und Studium besuchte er für die WN Termine und berichtete in Text und Bild. Seit Herbst 1998 ist er fest angestellt. Gunnar Pier absolvierte ein Volontariat, die Ausbildung zum Redakteur, in der münsterischen WN-Redaktion. Seit September 2000 arbeitet er als Redakteur wieder in Greven – in seinem „Heimatstall“.
Das Fotografieren ist seit jeher ein Steckenpferd des 26-Jährigen. „Durch meinen Job kann ich das gut lernen. Ich habe ja immer interessante Motive und kann vieles ausprobieren“, erklärt er. Was ein gutes Zeitungsbild ausmacht? „Es muss zuerst ein Blickfang sein, der auf den zweiten Blick Informationen enthält. Ein Zeitungsbild ist also klassisches Foto: Peter BeckmannInfotainment.“ Das ist die Theorie. Mit diesem Ziel vor Augen macht sich der Redakteur alltäglich auf den Weg.
Die Ergebnisse kommen nun ins Rathaus. „Das ist kein Jahresrückblick nach journalistischen Kriterien“, erklärt Pier. „Ich wollte nicht alle wichtigen Ereignisse darstellen. Ich habe die Bilder ausschließlich danach ausgesucht, ob sie gut sind. Es geht diesmal um die Fotos, nicht um die Inhalte.“ Über diese für ihn neue Darstellungsform freut Gunnar Pier sich. „Mir ist es dabei gar nicht so wichtig, meine Bilder endlich mal jemandem zu zeigen. Zeitungsfotografen haben ja das Glück, dass sie mit ihren Bildern Kraft Amtes jeden Tag viele Menschen erreichen. Aber dieser neue Kontext ist für mich spannend.“